Der Song “Muhackl” ist sozusagen die bayerische Hymne von Hassliebe. Und sie steht stellvertretend für den Sound der Band: laut, schnell, heftig und trotzdem melodiös.
Statt Lederhosn und Laptop gibt es bei Hassliebe Mörderriffs auf die Krachlederne. Das Donauwörther Trio hat einige der Lieblingslieder aller Fans der ersten Stunde auf eine „boarische EP“ gepackt. Dass dies keine Mundart-Schunkellieder sind, versteht sich von selbst. Denn am Grundkonzept wurde nicht gerüttelt: Metal mit rauem Gesang, ansteckenden Melodien und Refrains, die einen sofort packen.
„Ich bin ja eigentlich auch ein Austropop-Fan“, gesteht Gitarrist und Komponist Kurt und verrät somit auch gleich, aus welcher Ecke die Gesänge der Band oft kommen. „STS haben mich beeinflusst, aber auch bayerische Crossoverkünstler wie Haindling. Ich wollte das einmal so durchziehen, und in der Härte, wie wir es spielen, gibt es so etwas auch nicht.“ Der Blick des Mannes mit der Flying-V bleibt natürlich in Richtung Metallica, Iron Maiden und andere Metalgrößen gerichtet. Und das verträgt sich mit bayerischen Texten erstaunlich gut.
Auf Konzerten der Band im Süden der Republik ein häufiges Phänomen: Im Publikum versammelt sich eine kleine Armee von Fans in Lederhosen und schwarzen T-Shirts, auf denen die Schrift „Muhackl“ prangt. Für Preußen und entwurzelte Bayern sei gesagt: Ein Muhackl ist entweder ein Schlawiner oder eine äußerst unfreundliche Person.
Hassliebe sind freilich alles andere als entwurzelt. Die Jungs aus dem bayerischen Schwaben machten nie einen Hehl aus ihrer Herkunft, ganz im Gegenteil, sie stehen selbst oft genug in Lederhosen auf der Bühne. „Mit Bayerntümelei hat das alles nichts zu tun“, erklärt Kurt, „auch nicht mit Lokalpatriotismus. Manche Lieder kommen halt so raus, die entstehen einfach auf bairisch. Die Lieder spiegeln zum Teil die Gesellschaft hier wider. Muhackl oder Loamsieder (Taugenichts), das sind so Leute, die es hier nun einmal gibt.“
Und daran sind nicht nur die Landsleute von Hassliebe interessiert. Gelegentlich werden die bayerischen Stücke, die schon eine ganze Weile zum Live-Repertoire gehören, auch im hohen Norden vom Stapel gelassen. „Wir hatten nie negative Erfahrungen“, sagt Kurt. „Selbst in Flensburg kam das gut an. Die Leute haben alle mitgemacht.“
Insgesamt sechs Lieder brannte die Band auf ihre „boarische EP“. Neben dem „Muhackl“ ist darunter auch der legendäre „Loamsiader Blues“, auf den sie unterwegs nur ungern verzichten. Die weiteren Stücke „Nua Oamoi“, „Mit dir“, „Stopp die Zeit“ und nicht zuletzt „dahoam“ runden das Bild einer Facette von Hassliebe ab, die inzwischen auch außerhalb der Grenzen Bayerns ihr Publikum um sich sammelt.
Die Donauwörther Band Hassliebe hat sich in den letzten Jahren vom südbayerischen Geheimtipp zu einer der hoffnungsvollsten Nachwuchsbands im Bayerischen Raum hochgerockt. Sie spielten u.a. als support vor den Toten Hosen, Revolverheld, Jennifer Rostock, Tito & Tarantula oder Life of Agony. Mit Niemandsland legten sie im Februar ihr vielversprechendes Debütalbum vor.