Aus den Sümpfen von New Orleans erhebt sich Ende der 80er ein Monster mit dem Namen Crowbar. Noch unter dem Namen The Slugs zeigen Sänger/Gitarrist Kirk Windstein, Klampfer Kevin Noonan, Basser Todd "Sexy T" Strange und Drummer Jimmy Bower (Down, auch Gitarrist bei Eyehategod) ihr Angesicht und würden damit beinahe wieder in den Sumpf getrieben, wenn der Sound nicht wirklich einzigartig wäre. Mit einer Mischung aus extrem harten Gitarren, Doom-Klängen der Marke Candlemass oder Black Sabbath und dem markanten Gesang von Kirk, machen sie sich schnell einen Namen und definieren den Sound namens Sludgecore.
Nachdem sich Jimmy eine Zeit lang aus New Orleans verkrümelt, steigt Craig Nunemacher (inzwischen bei Black Label Society) bei Crowbar ein, das Debüt "Obedience Thru' Suffering" erscheint '92 via Pavement Music. Auch Kevin hält es nicht lange bei der Band, seinen Platz nimmt Matt Thomas ein. In dieser Besetzung veröffentlichen sie ihr sogenanntes "echtes erstes Album" mit dem schlichten Titel "Crowbar", für dessen Produktion Kirks Kumpel Phil Anselmo (Ex-Pantera, Superjoint Ritual, Down) verantwortlich zeichnet.
Das Album etabliert die Band auch international und zeigt erneut ihre Ausnahmestellung auf. Crowbar wuchten ihre mehreren hundert Kilo mittlerweile auch Übersee auf die Bühnen. Zeugnis davon gibt "Live + 1", das wie der Name schon sagt, ein paar Live-Tracks und einen neuen Studiosong enthält.
"Time Heals Nothing" nennt sich '95 der nächste Longplayer und könnte nicht passender betitelt sein. Wo Crowbar hintreten, wächst kein Gras mehr, und das liegt nicht nur am fülligen Körpergewicht. Das Quartett präsentiert sich eine Spur melodischer als auf den vorhergegangenen Alben, praktiziert ihren extremen Doom aber immer noch par excellence. Davon können sich die Fans auch ausgiebig live überzeugen, denn im Laufe ihrer ausgedehnten Touren durch Nordamerika und Europa teilt sich die Band die Bühne mit Acts wie Pantera, Black Label Society, Paradise Lost oder Napalm Death.
Im selben Jahr nehmen Sexy T und Kirk zusammen mit ihren Kumpels Phil Anselmo, Pepper Keenan (Corrosion Of Conformity) und Jimmy Bower das Debütalbum von Down namens "Nola" auf. Sowohl Craig als auch Matt scheiden vor den Aufnahmen zu "Broken Glass" bei Crowbar aus, ihre Plätze nehmen der ehemalige Acid Bath-Gitarrist Sammy Pierre Duet und Jimmy Bower ein. Vielleicht liegt es an dein beiden, dass auf der neuen Scheibe durchaus auch ein paar schnellere Sachen an Gewicht gewinnen. Von einem Bruch mit der musikalischen Vergangenheit kann jedoch keine Rede sein.
Noch eine Spur melodischer zeigt sich das '98er Album "Odd Fellows Rest", das die Band auch erstmals selbst produziert. Sehr experimentell wirkt vor allem Titeltrack, der sogar mit orientalischen Klängen aufwartet. Da nach dieser Veröffentlichung Eyehategod so langsam wieder ins Rollen kommen, legt Jimmy seine Stöcke für Crowbar beiseite, um sich wieder die Gitarre umzuschnallen. Auf den Drumhocker steigt ein Kerl namens Sid Montz.
Er darf auf "Equilibrium" zwar seinen Einstand geben, jedoch ist sein Gastspiel von kurzer Dauer. Auch der zurückkehrende Craig Nunemacher bleibt nicht lange, und so hört der neue Drummer bei den Jungs aus New Orleans auf den Namen Tony Costanza. Als im selben Jahr auch noch Basser Sexy T seinen Hut nimmt, steht Kirk mit dem Erbe von Crowbar ziemlich alleine. Da verkommt die Veröffentlichung der Best Of "Sludge" schon beinahe zur Nebensächlichkeit.
"Sonic Excess In It's Purest Form" ist also so etwas wie ein Neubeginn für Crowbar. Das Langholz zupft inzwischen Jeff "Okie" Okoneski, jedoch ist damit ein für alle mal klar, dass für den Sound von Crowbar eigentlich einzig und allein Kirk Windstein verantwortlich ist. Es hat den Anschein, dass Kirk mit dem Album ein wenig auf Nummer Sicher gehen will, denn obwohl die Songs gewohnt stark sind, fehlt beinahe sämtliche Experimentierfreudigkeit.
Es kommt, wie es kommen muss, dank des ausbleibenden Erfolgs trägt Kirk die Band zu Grabe. In der folgenden Zeit konzentriert er sich voll auf die Produktion des zweiten Down-Albums "Down II". Doch Anfang 2003 bekommt der Mann einen Anruf von seinem alten Kollegen Craig, der bei Black Label Society gerade eine Pause hat, und bald arbeiten die beiden zusammen an neuen Songs. Als sich dann auch noch der ehemalige Pantera-Basser Rex Brown meldet, um das Album zu produzieren und die Bassspuren einzuspielen, kommen Crowbar so langsam aber sicher wieder in die Gänge.
Das Album soll eigentlich Anfang 2004 erscheinen, doch wie so oft kommen zu viele Dinge dazwischen und es findet sich nicht das richtige Label. Dennoch geht Kirk zusammen mit dem ehemaligen Black Label Society Basser Steve Gibb als zweiten Gitarristen, Drummer Tommy Buckley (Soilent Green) und Basser Patrick Bruders im Sommer 2004 auf Tour durch Holland und Deutschland.
Candlelight Music erhalten schließlich den Zuschlag: "Life's Blood For The Downtrodden" steht für das Frühjahr 2005 auf dem Plan. Als Jamey Jasta davon Wind bekommt, lädt er Crowbar direkt zu den Europadates seiner eigenen Band Hatebreed ein, die im März des kommenden Jahres stattfinden sollen. Zuvor kommen die USA wohl noch in den Genuss einer Tour mit Entombed.
Musiktechnisch gibt es zwar danach erst mal nichts neues, dafür erscheint 2007 die erste Live-DVD "Live With Full Force" (laut.de).